Singe, wem Gesang gegeben

Heidrun Holzapfel Mezzosopran

 Meine erste bedeutsame Begegnung mit dem klassischen Gesang hatte schon in meiner Kindheit: sobald ich den Plattenspieler meiner Eltern bedienen konnte, hörte ich mir  Maria Callas' Carmen an, bis die Platte vertiefte Rillen hatte. Doch zuerst lernte ich die obligatorischen Blockflöten und ein wenig Klavier spielen,  später auch Gitarre und Laute, dann bekam ich sogar eine kleine Harfe geschenkt und versuchte mich daran. Diese Zupfinstrumente mit ihrem weichen, vollen Klang hatten es mir besonders angetan, und die Harfe ist noch immer mein Lieblingsinstrument.

 

Die Jugendmusikschule Bad Schwalbach, in der ich von meinem 17. Lebensjahr an mehrere Jahre als Gitarren- und Flötenlehrerin tätig war,  bot mir als Schülerin neben Instrumentalunterricht und Spielkreisen mit ihren zahlreichen Schülerkonzerten viele Gelegenheiten, die ersten wichtigen Auftrittserfahrungen zu sammeln.

 

Auch gesungen habe ich eigentlich "schon immer", darüber fiel mir gar nicht viel ein - außerhalb des "stillen Kämmerleins" zuerst im Schulchor in der Nikolaus-August-Otto-Schule in Bad Schwalbach. Besonders zu Weihnachten haben wir keine Konzertmöglichkeit ausgelassen, von Kirchen über Altenpflegeheime bis zu Weihnachtsfeiern in den Gemeinden.

 

Ein weiteres Schlüsselerlebnis war der Besuch meiner ersten Wagner-Oper,  dem "Tannhäuser", 1979 im Staatstheater Wiesbaden mit Gail Gilmore als Venus. Was für ein Genuss! So wollte ich auch singen können, und der Wunsch, Opernsängerin zu werden und irgendwann einmal Wagner singen zu können, war geboren. 

 

Doch es dauerte noch ein paar Jahre, bevor ich  erkannte, wie wichtig mir das Singen ist, und so wurde ich erst einmal Deutschlehrerin. Mein Nebenfach, die Musikwissenschaft, blieb lange Zeit meine große Leidenschaft - jede Note eines Stückes verstehen zu können und all diese Stücke im Kopf zu haben, war eine wunderbare Erfahrung.

 

 Meinen ersten richtigen Gesangsunterricht nahm ich gegen Ende meines Studiums bei Mary-Lou Sullivan-Delcroix in der Werkstatt für Gesang, Spiel und Sprache in Wiesbaden, doch bevor dies Früchte tragen konnte, widmete ich mich in Irland erst einmal einige Jahre der traditionellen irischen Musik (Gesang und Gitarre) und dem irischen Steptanz.                                      

                                                                                                                                                                                      Nach der Rückkehr in meine Geburtsstadt Wiesbaden ging ich nach einigen weiteren Jahren im Kemeler Kirchenchor und im Chor der Stadt Wiesbaden die Ausbildung meiner Stimme mit der Unterstützung der großartigen Wagner- und Strauß-Sängerin Nadine Secunde richtig an und gab erste private Solokonzerte.      

       

Seit 2016 arbeite ich mit Gesangslehrern des Rabine-Instituts zusammen, die mich mit Hilfe

der funktionalen Stimmbildung nach Eugen Rabine dabei unterstützen, zu mir und meiner Stimme zu finden. Seitdem geht es mit meiner Stimmentwicklung in großen Schritten voran und es haben auch schon die ersten öffentlichen Konzerte stattgefunden!

 

Vielleicht sind Sie beim nächsten Auftritt schon dabei??? Ich würde mich sehr darüber freuen!